Das Wunschzimmer per App auswählen, hoteleigene Smartphones nutzen oder flexibel Licht und Temperatur im Zimmer regeln? In vielen Business Hotels ist das längst möglich, denn sie sind Vorreiter in Sachen Smart Hotel. Doch diese technischen Möglichkeiten sind dabei längst nicht alles. Was Ihr Business Hotel zu einem smarten Hotel macht und welche Techniken Sie in Zukunft nicht außer Acht lassen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Smartes Business Hotel © zhu difeng / shutterstock.com
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Die Digitalisierung als Treiber

Weltweit setzen bereits etliche Hotels auf digitale Technologien bei der Betreuung ihrer Kunden. Auch in Deutschland können Gäste Check-In und Check-Out bereits automatisiert und online abwickeln. Doch macht das allein ein Business Hotel schon zu einem Smart Hotel? Laut Fraunhofer IAO ist die Digitalisierung ein großer Treiber für technische Veränderungen in der Hotelbranche. Was dabei zählt, sind Schnelligkeit und Individualisierung. Und dafür braucht es ein wenig mehr als digitale, automatische Abläufe am Empfang.

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Über 3.000 Menschen hat das Fraunhofer IAO in einer Studie zum Thema „Smart Hotel“ befragt. Dabei kam unter anderem heraus, dass sich 87 Prozent der Befragten einen schnelleren Check-In im Business Hotel wünschen. Hier bietet es sich an, auf die Arbeit mit speziellen Apps zu setzen, die dem Gast sämtliche Prozesse rund um den Buchungsvorgang erleichtern können. Diesen Service bieten bereits einige Business Hotels in Deutschland an und ermöglichen es Reisenden so, Reservierungen, Check-In sowie Check-Out und Bezahlvorgänge schnell und einfach via App zu erledigen.

Mit dem eigenen Smartphone zum individuellen Hotelerlebnis

Ebenfalls möglich per App: die persönliche Auswahl des Hotelzimmers. Mit Ausblick auf den Park, direkt am Aufzug oder lieber im Erdgeschoss – wer ein smartes Business Hotel betreibt, bietet seinen Gästen die Möglichkeit, sich selbst ihr Zimmer auszusuchen. Und das ganz unkompliziert vor Reiseantritt und von Zuhause aus. So gestaltet sich der Aufenthalt im Hotel nach den individuellen Vorlieben des Gastes. Dazu gehört auch die Steuerung von Zimmertemperatur, Licht und Klimaanlage per Smartphone. So können beispielsweise die Gäste eines Hotels im Münsterländischen Ahaus via App darüber entscheiden, wie hell oder dunkel ihr Zimmer sein und auf welcher Stufe die Klimaanlage stehen soll, wenn sie den Raum beziehen.

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Ein ungarisches Business Hotel kann das noch toppen: Hier lässt sich die Zimmertemperatur per App aus bis zu 10.000 Kilometern im Vorfeld einstellen. Klingt unglaublich, ist aber wahr – und absolut der richtige Weg zum smarten Hotel. Andere Smart Hotels bieten sogenannte Mood Rooms an. Hier können Gäste über ein Tablet je nach Stimmung und Tageszeit verschiedene Lichtkonzepte auswählen. All das sind Angebote, mit denen ein Smart Hotel seinen Gästen ganz individuelle Aufenthalte ermöglicht. In Zeiten mit zunehmendem Bedarf an Individualisierung ist das ein entscheidender Pluspunkt für ein Business Hotel.

Internet of Things im Business Hotel

Untrennbar verbunden mit dem Smart Hotel ist auch das Thema Internet of Things.

Eine Dusche mit im Gästeprofil gespeicherter Wunschtemperatur, ein Ganzkörperspiegel, der Yoga-Übungen vormacht – für smarte Hotels ist das ganz normal und heute schon Realität. Weltweit testen Business Hotels Anwendungen wie diese, um ihren Gästen noch individuellere Aufenthaltserlebnisse zu bescheren. Die Vernetzung technischer Geräte ist dabei ein alles entscheidender Faktor. Nur, wenn die Online-Verbindung reibungslos funktioniert, lassen sich alle smarten Angebote voll ausschöpfen.

Um zu garantieren, dass alle Gäste ohne Probleme auf die digitalen Services zugreifen können, setzen einige deutsche Hotels auf hoteleigene Handys. Diese liegen in jedem Zimmer aus und stehen den Gästen für eine beliebig häufige und unbegrenzte Nutzung zur Verfügung. Dabei stellen sie ein unbegrenztes Datenvolumen bereit – eine Alternative zum kostenfreien WLAN. Apropos WLAN: Weitere Studien des Fraunhofer IAO haben ergeben, dass nur 73 Prozent der deutschen Hotels ihren Gästen einen freien Internetzugang anbieten. Für ein smartes Business Hotel ist das jedoch ein Muss. Immerhin ist ein Großteil der Gäste beruflich unterwegs und auf schnelles Internet angewiesen.

Wer also ein gut gebuchtes Smart Hotel betreiben möchte, sollte freies WLAN ganz oben auf seine Prioritätenliste setzen.

Türöffner per Handy?

Ein automatisierter Empfang sowie Buchungsvorgänge per App sind jedoch längst nicht alles, wenn es um das Thema smartes Business Hotel geht. Denn die technischen Möglichkeiten sind weitaus vielfältiger. So haben Forscher bereits daran gearbeitet, das Öffnen der Hotelzimmer mittels Smartphone zu ermöglichen. Mit Erfolg, ist technisch heute doch schon mehr möglich, als es sich manch einer vielleicht vorstellen kann. Doch Smart Hotel hin oder her – am Ende muss das Angebot auch zu seiner Zielgruppe passen. Und das kann sich nach wie vor zu einer Herausforderung entwickeln. Denn viele Gäste stehen den technischen Entwicklungen (noch) skeptisch gegenüber.

Smart Lock © Santiparp Wattanaporn / shutterstock.com
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So haben Umfragen ergeben, dass ein Großteil von Reisenden trotz aller technischen Erleichterungen nicht auf den persönlichen Kontakt zu den Hotelmitarbeitern verzichten wollen. Die Kommunikation von Mensch zu Mensch bleibt das Herzstück der Hotellerie, smarte Technik ist bisher nur ein „netter“ Zusatz. Da viele Gäste auch Angst davor haben, nicht mit den neuen technischen Möglichkeiten umgehen zu können, sollte ein Business Hotel darauf achten, seine Gäste hier nicht zu verschrecken. Deshalb kommt es auf ein gesundes Mittel zwischen smarten Technologien und traditionellen Services an.

Mehr Zeit für die Gäste durch smarte Technik

Dennoch, die Hotellerie darf auf keinen Fall den Anschluss an die Digitalisierung verpassen. Denn mit zunehmender Technisierung in anderen Branchen gewöhnen sich auch die Hotelgäste an das Thema Smart Hotel. Ihre Ansprüche an technische Services werden über kurz oder lang steigen und so hat am Ende das Business Hotel die Nase vorn, welches sich frühzeitig um seinen digitalen Wandel gekümmert hat.

Hinzu kommt:

Wer als Betreiber im Business Hotel bereits heute eine digitale Strategie umsetzt, hat auf lange Sicht mehr Zeit für die Betreuung seiner Gäste.

Während nämlich Roboter alltägliche Arbeiten, wie beispielsweise Buchungs- und Zahlungsvorgänge oder Reinigungsarbeiten übernehmen, kann sich das menschliche Personal noch besser um die persönlichen Belange der Gäste kümmern. Das ist entscheidend für individuelle Aufenthalte sowie für zufriedene Hotelbesucher. Denn diese empfehlen ein Hotel weiter oder buchen es sogar selbst noch einmal. Und darauf kommt es am Ende auch für ein Smart Hotel an.